Christiane Erhardt
Dipl. Ing. agrar

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Bereits mit 6 Jahren haben mich Kühe fasziniert. Diese Faszination hat mich mein Leben lang nicht losgelassen. Immer wieder habe ich während der Schulferien auf dem Milchviehbetrieb unseres Nachbarn mitgeholfen. Schon weit vor dem Abitur stand für mich fest: Ich werde Agraringenieur. Da mein Herz an der Praxis hängt, entschloss ich mich zum Studium an einer Fachhochschule. Anstatt dem erforderlichen einjährigen Berufspraktikum habe ich mich für die Ausbildung zur Landwirtin entschieden, die ich 1992 erfolgreich als beste Auszubildende im Land abschloss.
1996 habe ich mein Diplom an der Fachhochschule in Bingen erhalten. Mein erster Arbeitsplatz war für mich sehr prägend. Es verschlug mich in den milchviehstärksten Kreis im Land, nach
Bitburg-Prüm wo ich als Ringberater 32 zukunftsorientierte Milchviehbetriebe in der Intensivberatung betreuen durfte. Schnell stellte ich fest, das Erfolg und Misserfolg in der Rinderhaltung eng an die Fütterung der Tiere geknüpft ist. Seit dieser Zeit ist die Tierernährung für mich eine ständige Weiterbildungsbaustelle geworden. Je tiefer das Wissen wird um so mehr neue Fragen ergeben sich.
1998 habe ich meinen Mann geheiratet und wir bekamen kurze Zeit später einen Sohn. Während des dreijährigen Erziehungsurlaubs hatte ich die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter für das Agrarmagazin TopAgrar zu arbeiten. Während dieser Zeit konnte ich meine Studien im Bereich der Rinderfütterung noch einmal deutlich intensivieren. Seit dem Ende des Erziehungsurlaubs habe ich meinen Arbeitsplatz gewechselt und bin beruflich zwar noch mit der Rinderhaltung befasst, die Ernährung gehört jedoch nicht mehr zu meinem Tätigkeitsfeld.

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Wie viele junge Mädchen habe ich als Kind von einem eigenen Pferd geträumt. Meine Eltern konnten mir diesen Wunsch jedoch nicht erfüllen. Aber immerhin durfte ich auf Verleihpferden meiner Leidenschaft nachgehen und habe so einmal wöchentlich Reitstunden auf Schulpferden in der Abteilung erhalten. Nach 5 Jahren Schulpferdereiten bekam ich mein erstes Reitbeteiligungspferd, mit dem ich dann die ersten Turnierschleifen erreiten konnte. Leider sind die Besitzer des Tieres dann weggezogen und ich stand erst mal wieder ohne Pferd da. Das Schicksal schenkte mir dann aber die Möglichkeit, mich um 2 Zuchtstuten nebst zugehörigen Fohlen zu kümmern. Die eine der beiden Stuten durfte ich auch reiten, sollte aber hauptsächlich mit ihr ins Gelände gehen.
Sie war erfolgreich bis Springen der Klasse S gestartet. Als ich dann mit meinen Schulpferdkünsten versuchte, das Pferd zu reiten wurde mir erst bewusst, das ich gar nicht reiten konnte.
Das Pferd lief mit hochgerecktem Kopf und durchgedrückten Rücken mit mir durch die Halle. An ein sicheres Reiten im Gelände war so überhaupt nicht zu denken. All die Jahre des Abmühens auf den stumpfen Schulpferden für die Katz. Der freundliche Springreiter empfahl mir dann Schlaufzügel und lange Sporen zu kaufen und damit zu reiten. Naja, jedenfalls konnte ich den Kopf so runterziehen und das Pferd sah so aus, als würde es über den Rücken gehen. Aber ins Gelände konnte ich so immer noch nicht reiten.

Irgendwann ritt dann abends Peter Kreinberg ins ‚aktuelle Sportstudio' und es wurde ein Film über seine Art der Reiterei gezeigt. Und da stand für mich fest. So zwanglos will ich auch mit den Pferden kommunizieren können. Ich begann dahingehend mich zu informieren und zu bilden. Ich nahm der Stute die Trense aus dem Maul und habe sie auf eine sehr milde mechanische Hackamore gezäumt. Es war ein langer Winter mit viel Versuch und Irrtum, im Frühjahr kam das Fohlen und ich konnte erst mal nicht weiter reiten. Aber als ich dann im Herbst wieder beginnen konnte, ging alles sehr schnell. Nach einigen Wochen leichten Muskelaufbaus konnte ich mit diesem Pferd mit Halfter und Strick ins Gelände reiten.

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Während meines Studiums habe ich mich für ein Praktikum in den USA im Rinderbereich beworben. Man konnte froh sein, wenn man überhaupt einen Platz bekommen hat, an ein Aussuchen der Region war nicht zu denken. Das Schicksal hat mich nach Jordan Valley verschlagen. Ein kleiner Ort im I.O.N. der Grenzregion von Idaho, Oregon und Nevada wo heute noch die klassische californische Westernreitweise auf den Rinderranches lebt. Ich habe dort die Parallelen zu Peter Kreinbergs Ausbildungsmethoden wiedergefunden. Insgesamt war ich 3 mal zu Praktikas dort und diese Zeit hat mich und mein Leben mehr geprägt als alles andere je erlebte.

2003  habe ich mir mein erstes eigenes Pferd gekauft. Ein ehemaliges Schulpferd welches ich nun nach den klassisch californischen Methoden reite. Seither befasse ich mich auch intensivst mit der Pferdefütterung.